GedankenPlattform
Friday, 11. March 2005
Home Pages - Visitenkarte der Zukunft, Informationsquelle, Kunstwerk oder ein Ausdruck von leicht in der Persönlichkeit gestörten Menschen?

Wen, verdammt noch mal, interessiert es schon welche Vorlieben jemand anderes hat? Welche CDs er oder sie am liebsten hört oder wie das liebe Hündchen heißt. Oder gar die Tochter. Mit Bild versteht sich. Direkt aus dem Sichtfenster der Brieftasche in den Scanner. Dann rauf auf die Homepage. Oh mein Gott, glauben die denn wirklich, daß das irgendwen interessiert? Sehen die wirklich in sich jemanden, der - oder die - so verdammt interessant ist, daß es sich lohnt seine - oder ihre - Homepage zu lesen? Scheinbar ja, und das ist traurig.

Also schnell ein paar Verweise auf wirklich normale (und damit üble) Homepages? Nein, das wäre zu langweilig und gemein, außerdem würde ich mir dabei nur ins eigene Fleisch schneiden. Also hier nur ein paar allgemeine Merkmale.

Publikationen
Als ob es nichts wichtigeres gäbe, außer die eingene Person natürlich, werden mit Begeisterung die eigenen geistigen Ergüsse präsentiert. Natürlich sind sie noch uninteressanter als der Autor und untersteichen nur die Überflüssigkeit des Autors und insbesondere seiner Homepage.
Persönliche Informationen
Das wirklich *einzige*, daß an einer Homepage interessant sein könnte sind die, ich nenne sie hier mal so, persönlichen Informationen. Die virtuelle Visitenkarte. Ich erfahre, wie ich jemanden erreiche, wo er arbeitet und welche Position er dort hat. Gut, bravo, mehr will doch auch keiner wissen.

Dummerweise habe ich sogar schon Homepages gesehen, auf denen diese Informationen gänzlich fehlten.

Erwähenswert finde ich auch die sammlerische Mühe, mit der die eigenen E-Mail-Adressen aufgeführt werden. Als ob uns der Autor mit dem Zaunpfahl sagen möchte: Seht, ich bin zwar im richtigen Leben eine Laschie, aber hier hab ich mehr E-Mail-Adressen als ich Nasen hab. Außerdem fährt mein Papi einen Mercedes.

Fotos
Als ob es nicht noch schlimmer kommen könnte. Nein, geirrt. Nun sind einige Menschen nicht mit besonderer Intelligenz ausgestattet und andere wurden nicht mit einem besonderen Angesicht geadelt. Die Schnittmenge dieser beiden Gruppen bilden die Homepage-Autoren. Zum Glück findet der Leser die Fotos oft am Anfang der Seite: Als Warnung!

Nebenbei: Hätte Silicon Graphics gewußt, was man mit den kleinen Äuglein alles digitalisieren kann, dann hätten sie es bestimmt nie gewagt, sowas in ihre Rechner einzubauen. War die Erfindung der Videokamera wirklich ein Segen für die Menschheit?

Hotlist
Im Prinzip sinnvoll. Aber eben nur im Prinzip. Wenn nur nicht jeder auf die gleichen Seiten verweisen würde.

Aber immerhin zeigen Hotlists, das der Autor nicht einmal in der Lage ist, selbst eine einigermaßen interessante Homepage zusammenzustellen. Er weicht also auf eine Hotlist auf. Am besten, wenn der Autor kein HTML beherrscht, noch eine automatisch generierte. Oder warum nicht gleich die Bookmarks-Datei von Netscape, für die ganz Dummen.

Freunde
Oft gibt es dann auch noch eine extra Seite mit einem haben Dutzent Eintragungen und Verweisen auf die Homepages Anderer. Ebenso langweiligen und unwichtigen Personen wie der Homepage-Autor. Am schönsten sind bei weitem die Verweise auf andere eigene Homepages, die der Autor auch noch hat. Diese Autoren sind dann wahrscheinlich einfach nur so sehr langweilig, daß sie nicht einmal Freunde haben, auf die sie Verweisen könnten.

Ausrede
Als Ausrede steht dann noch irgendwo in blinkender Schrift, daß diese Homepage sich noch im Aufbau befinde. Oder der Autor ist sich nicht sicher, ob er nicht vielleicht doch ein wenig übertrieben hat und fragt sicherheitshalber nach: Please send comments, questions, suggestions etc to:.

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"Dieses schimmernde Ultrametallicblau", dachte Gott und legt faziniert die Silberscheibe auf den Träger

Seinerzeit
Ich muß es ja zugeben: ich bin verdammt spät zum Brennen gekommen. Schon vor Jahren hörte ich Freunde und Bekannte darüber diskutieren, wo, wann und für wieviel sie irgendwo, irgendwelche Rohlinge erwerben konnten. Die Preise variirten von 20 bis 30 Mark und irgendwer hatte sogar welche für günstige 13 Mark organisieren können. Ich sehe sie schon als halbsenile Großväter von diesen schweren Zeiten schwärmend leiden.

Heute
Aber das ist Geschichte! Heute brenne ich alles, was mir unter die Finger kommt: Playstation Spiele, obwohl ich keine Playstation habe; Musik CDs, als vermeindlich originelles und billiges Geburtstagsgeschenk für Freunde; PC-Spiele und Microsoft Office Jahrtausend Ausgaben, obwohl ich gar keinen Windows PC habe; die xte Version von Photoshop, auch wenn ich eigentlich immer nur GIMP benutze.

Augenblick
Nun mag das Ganze vielleicht nicht von besonderem Sinn sein. Mögen die CDs auch alle langsam, fein säuberlich aufgreit, in Regalen verstauben: Ich kann nicht anders! Es ist der Kick, wenn ich auf den "OK"-Knopf drücke und der Kopiervorgang auf meine Order beginnt. Das Vorspiel die original CD in den superxfach CD-Reader zu legen; mit spitzen Fingern vorsichtig das jungfräuliche, ultrametallicblaue Schreibchen zu nehmen und es mit gespannter Vorfreude in den Schieber des CD-Writers fallen zu lassen. Das "ritsch" wenn die CDs im Computer verschwinden. Und das "ritsch" wenn die neue Kopie vor einem aus dem Rechner schnellt. Oder nur der Anblick der Kopie, wenn sie bereits vom Computer ausgeschoben wurde und man nun endlich beim xten mal Nachsehen erfährt, daß der schöpferische Akt vollendet ist.

Augenblick II
Aber da ist noch eine hauchdünne Schicht vor der endgültigen und kurzfristigen Befriedigung. Noch etwa 12x25 cm² bunt bedrucktes Papier schreit in meinem Herzen danach auf eine Glasfläche gedrückt zu werden, um mit einem blendendhellen Lichtbalken in DPIs gewandelt zu werden. Um dann einem erblindend gebündelten Lichtstrahl und einer rotierenden Farbrolle die Möglichkeit zu geben ein anderes Stück Papier mit eben diesen DPIs zu beglücken.

Finale
Das Papier beschneiden.
Das Juwelen-Kästchen zerlegen.
Das Eine in das Andere
Das andere wieder in das eine.
Das Schließen.

Der Sammler in mir ist befriedigt. Und wächst.

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Wednesday, 9. March 2005

postings löschen.
auch so ein ding.
macht man sich gedanken, und weg is das wieder.

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Monday, 7. March 2005
Gottes Tod

Schwarz verbreitet sich in meinem Kopf
ganz aufgequollen mein Augenlicht zersetzt
das Herz verbrennt im weissem Nichts
und doch es wird

mein Koerper ist in Stein gehauen
im tiefen Sog der Ewigkeit
dass Zeit vergeht ist mir entgangen
und doch es wird es wird schon wieder weiter geh`n

Gott ist tot...

eingesperrt im Wald des Wahns
dunkles Sein gesaeht in meiner Hand
verstaubtes Denken in meinem Schaedel
und doch es wird

mein Geist zerfleischt das Tageslicht
die Feuersglut in meinem Hals erlischt
ganz ohne Halt mein Fleisch zerfaellt
und doch es wird es wird schon wieder weiter geh`n

Gott ist tot...

mein Gehirn zum Kerker wird
ein kleiner Stich hat mich gelaehmt
der Schrei in mir unhoerbar schweigt
und doch es wird...

mein Seelenhauch der Blitz verschlingt
mein suesses Blut verfault im Sand
mein Sinn zum Leben in Raum und Zeit
und doch es wird es wird schon wieder weiter geh`n

Gott ist tot...

der Schlund der blinden Worte
hat mir einmal gutgetan...

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Friday, 4. March 2005

Die Idee eines freien menschlichen Willens ist mit wissenschaftlichen Überlegungen prinzipiell nicht zu vereinbaren.

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Tuesday, 1. March 2005
Datenschutz und Telefon

Bei den Telekomfestnetzanschlüssen gibt es jetzt diese Rückruffunktion bei "Besetzt". Das erste mal war ich ganz schön überrascht, als die Stimme mich plötzlich fragte, ob ich informiert werden möchte wenn nicht mehr besetzt ist.
Immer wieder fällt in diesem Zusammenhang das Wort "Datenschutz". Kann ich ja noch drüber weg sehen, kann man ja auch oft versuchen anzurufen um das rauszubekommen.

klingelingeling Aber wussten Sie jenes?
Ständig sind Millionen von Handys eingeschaltet. Wie findet das Netz eigentlich genau das Handy, das jemand gerade anrufen will? Die Antwort ist ganz einfach: Das Funknetz weiß ständig, über welche Feststation jedes einzelne eingebuchte Handy erreichbar ist - oft sogar noch, in welcher Richtung und wie weit von der Feststation das Handy ist.
Wenn Sie Ihr Handy einschalten, "bucht es sich ein". Das können Sie hörbar machen, wenn sie das Handy unmittelbar neben ein Radio oder ähnliches Gerät legen. Bleiben Sie am gleichen Ort, so meldet sich das Handy alle 30 Minuten bei der Feststation. Bewegen Sie sich, so "unterhalten" sich Feststation und Handy über die Verbindungsqualität - auch die der benachbarten Feststationen. Funktioniert die Verbindung zu einer anderen Feststation des gleichen Netzes deutlich besser, so reicht die Feststation das Handy an ihren Nachbarn weiter.
Alle diese Daten landen in einer zentralen Datenbank. Wenn Sie ein Handy anrufen, liefert diese Datenbank die zugehörige Feststation und genau diese eine Feststation bringt dann das Handy zum Klingeln. Wenn Sie auf der Autobahn fahren, werden Sie alle paar Minuten weitergereicht - mehr als 20 km Reichweite hat wohl kaum eine Feststation. Das Weiterreichen funktioniert selbst während eines Gesprächs, ohne daß die Gesprächspartner davon etwas merken.
Die Inhalte der erwähnten Datenbank werden über längere Zeiträume gespeichert. Sagt ein Zeuge aus, der Bankräuber habe ein Handy mit sich geführt, ist er womöglich schon so gut wie überführt - er brauchte nur sein Handy eingeschaltet zu haben. Ein großer Teil der Bevölkerung liefert mittlerweile also freiwillig Bewegungsdaten ab.

Diverse Grundprinzipien des GSM-Systems wird UMTS übernehmen. Der entscheidende Unterschied bei UMTS ist die viel größere Bandbreite, die in Zukunft zur Verfügung stehen soll. Das funktioniert aber nur unter zwei Voraussetzungen: UMTS arbeitet auf höheren Frequenzen und mit höherer Feststationsdichte. Ein UMTS-Handy wird deshalb auf wenige 10 m genau zu orten sein.
Eine recht harmlose Anwendung dieser Ortungsmöglichkeit ist, daß Eltern die Bewegungen ihrer Kinder überwachen können. Gerade für UMTS gibt es aber internationale Arbeitsgruppen, die diverse Standards für die Überwachung der Handy-Benutzer erarbeiten.

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Saturday, 26. February 2005

Mut ist Widerstand gegen die Angst, Sieg über die Angst, aber nicht Abwesenheit von Angst.

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Thursday, 24. February 2005
Man tut was man kann

Witzige Begebenheit im Zug als Rotkäppchen meinen Fahrausweis kontrollierte

Ob ich denn auch einen Ausweis dazu [zum Semesterticket] hätte, fragte sie dienstfertig. Schweigend zerrte ich das gewünschte Dokument hervor. Der daran klebende Presseausweis kam dabei unbeabsichtigt ebenfalls zum Vorschein. Doch keinen Blick schenkte die Dame meinem Personalausweis! Nach einem kurzen aber dennoch verschreckten Blick auf das längst ungültige, hellgrüne Kärtchen murmelte sie nur entschuldigend "man tut was man kann" und verschwand in der Tiefe der Doppelstockzugstreppe.

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Monday, 21. February 2005
präsens vs. futur I / futur II

die meisten menschen reden immer nur vom glücklich WERDEN.
ihnen fehlt das bewusstsein für das glücklich SEiN.

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zweimal lesen.

die meisten menschen regen sich über diejenigen am ehesten auf, die ihnen am ähnlichsten sind.

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