GedankenPlattform
Wednesday, 8. March 2006
Dich

Dich
dich sein lassen
ganz dich

Sehen
daß du nur du bist
wenn du alles bist
was du bist
das Zarte
und das Wilde
das was sich losreißen
und das was sich anschmiegen will

Wer nur die Hälfte liebt
der liebt dich nicht halb
sondern gar nicht
der will dich zurechtschneiden
amputieren
verstümmeln

Dich dich sein lassen
ob das schwer oder leicht ist?
Es kommt nicht darauf an mit wieviel
Vorbedacht und Verstand
sondern mit wieviel Liebe und mit wieviel
offener Sehnsucht nach allem -
nach allem
was du ist

Nach der Wärme
und nach der Kälte
nach der Güte
und nach dem Starrsinn
nach deinem Willen
und Unwillen
nach jeder deiner Gebärden
nach deiner Ungebärdigkeit
Unstetigkeit
Stetigkeit

Dann
ist dieses
dich dich sein lassen
vielleicht
gar nicht so schwer

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Thursday, 2. March 2006
Bub-bub-bub-bub

Ich mach mir ja nun schon länger so meine Gedanken darüber. Inzwischen bin ich davon überzeugt, daß ich hier der Kopf bin von uns beiden. Hab zwar das Diplom noch nicht, aber sinn- und wahllos Forderungen stellen tu ich dafür auch nicht.
Herr texas-georg formulierte das vor einiger Zeit schonmal treffend in einem etwas anderen Zusammenhang.
Rome wasn't coded in one day. So, if you want a high-end application, don't hustle me on, guy.

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Wednesday, 1. March 2006
Wüste der Gefälligkeiten

Mitbewohner Kalle hatte mich schon letzte Woche gebeten, den in der Mitte zerrissenen Fünfer bei der Bank umzutauschen. Ich stand dann also heute kurz vor sechs vor der Kasse der nahegelegenen Sparkasse.

"Moment noch." nuschelte mir die Angestellte mit gequältem Blick zu. "Geht glei los." Sie unterhielt sich weiter angestrengt mit ihrer Kollegin und klickte nebenbei gelangweilt in einer Eingabemaske umher. Nach zwei Minuten wechselte ich das Standbein und bewegte meinen Oberkörper leicht nach vorn um die Aufmerksamkeit wieder auf mich zu lenken. Endlich wandte sie sich mir zu.
"Den hätte ich gern umgetauscht." sagte ich deutlich und schob die zwei Teile des kaputten Scheines über den Tresen in ihre Richtung. Sie nickte und begann, das Ende eines Tesastreifens von der Rolle zu friemeln. "Kleben mer 'n erstmal." Ich fühlte mich wieder versöhnt und blickte ihr freundlich erwartungsvoll entgegen.
"Sie könn' de Karte schonmal hergeben." meinte sie plötzlich, immer noch am Klebestreifen fummelnd. "Ich möchte nichts einzahlen, Sie sollen den Schein bitte nur umtauschen."
"Ham Sie ein Konto bei uns?"
"Nein, ich möchte nur den Schein umtauschen lassen."
"Das geht nur, wenn Sie ein Konto bei uns haben." Sie legte den Tesastreifen beiseite und verglich die Nummern der beiden Geldscheinteile.
"Ich dachte, sowas gehört zum Service Ihrer Filiale?"
"Mir ham 'en Service hier, das is richtich. Aber nur wenn Se bei uns 'en Girokonto haben." Sie kämpfte erneut mit dem Klebeband. Inzwischen war schon eine Schere im Spiel.
Vielleicht wäre es jetzt Zeit gewesen, ihr zu mitzuteilen, daß das nur eine Gefälligkeit für einen befreundeten Kunden dieser Bank ist, oder daß sich die Filiale der Sparkasse bei der ich ein Konto führen lasse im Herzen Thüringens befinde und ich es wohl bis zum Feierabend nicht mehr dahin schaffen würde. Statt dessen erinnerte ich mich einer anderen Kunststoffkarte in meinem Portemonnaie, legte den Presseausweis auf den Tresen und sagte "Ich denke, in diesem Fall bin ich Kunde jeder Bank, Frau Urban." (Ich hatte zuvor einen flüchtigen Blick auf ihr Namensschild geworfen.)
"Natürlich Herr Raspunicum." Sie lächelte freundlich, legte Klebeband und zerrissenen Schein beiseite und legte einen Fünfeuroschein aus der Kasse auf den Tresen. "Auf Wiedersehen Herr Raspunicum."

Das Ende vom Lied? Ich werde den ganzen Abend darüber nachdenken, ob man ohne Druckmittel wohl keine Freundlichkeit mehr zu erwarten hat in disser Gesellschaft.

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Sunday, 26. February 2006
Für Suse

O gäbs doch Sterne die nicht bleichen
Wenn schon der Tag den Ost besäumt
Von solchen Sternen ohnegleichen
Hat meine Seele oft geträumt

Von Sternen, die so milde blinken
Daß dort das Auge landen mag
Das müde ward vom Sonnetrinken
An einem goldnen Sommertag

Und schlichen hoch ins Weltgetriebe
Sich wirklich solche Sterne ein
Sie müßten der verborgnen Liebe
Und allen Dichtern heilig sein

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Friday, 24. February 2006
Entzugserscheinungen

Wenn die eigene Seite mal wieder rumbockt, ist es gut zu wissen: Woanders kann man immer noch in die Tasten hauen.

Und darum verkünde ich es hier: G*tt hat einen VERDAMMT schlechten Humor. Hatte Sie schon immer, ja ja, ich weiß. Und trotzdem vergeht mir so langsam das Lachen.

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Wednesday, 15. February 2006
Leben gegen Leben?

Kaum hat das Bundesverfassungsgericht unmißverständlich klargestellt, das Luftsicherheitsgesetz sei in Bezug auf den Abschuss von Passagiermaschinen nicht mit dem Grundgesetz vereinbar und spreche den Insassen die Menschenwürde ab, ruft insbesondere Beckstein nach einer schnellen Grundgesetzänderung. Wenn das mal nicht in die Hosen geht.

http://www.zeit.de/2006/08/01__leit_2_08_06?page=all

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Saturday, 11. February 2006
Toller Spruch

Konkurrenz zu "Opa war in Ordnung", aber das geht schon in Ordnung. - Deutsche Ordnung.
Es war ein überaus interessanter Tag. Und viele lustige Gesichter haben wir gesehen...

Zahlen
Wie immer Verwirrungen und breit gefächerte Angaben:

Trauergedenkzug der JLO
2500 (Antifa)
3500 (eigene Schätzung)
4000 (MDR, Indymedia)
4200 (Sächsische Zeitung, Polizei)
Die Demonstration war in viele Einzelgruppen unterteilt, was Schätzungen schwer macht und die ganze Sache nach mehr aussehen lässt.

Gegenaktionen - Demonstration vor Beginn der Nazidemo
500 (Polizei)
800 (eigene Schätzung)
1000 (Indymedia)

Gegenaktionen - ziviler Ungehorsam auf der Augustusbrücke
200-300/ 500 (Indymedia)
500 (eigene Schätzung)
'hunderte' (Sächsische Zeitung)
'zeitweise 1000' (Polizei)
1000 (MDR)

Polizei
1274 (Polizei)

Links

http://www.mdr.de/nachrichten/meldungen/2504034.html
http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1077131
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/SACHSEN/462738.html
http://de.indymedia.org/2006/02/138621.shtml
http://de.indymedia.org/2006/02/138627.shtml
http://de.indymedia.org/2006/02/138642.shtml
http://venceremos.antifa.net/
http://www.flickr.com/photos/luftaufnahme/
http://www.polizei.sachsen.de/pd_dresden/2798.htm

mit Vorsicht I II

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Wednesday, 8. February 2006
Wohin

gehen Tiere um zu sterben?

Dies beschäftigt mich nun schon lange - findet man doch nie ihre Leichen im Wald.
Sind sich bewusst ihres Sterbens? Suchen sie sich einen stillen Ort zum einschlafen?

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Tuesday, 7. February 2006
Die Wandbemalung der Küche

Frau k. s. und Herr t.-g. sind gekommen und helfen fleißig die Küche wie neu glänzen zu lassen.

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Porno-Uschi

Mächtig Feuer gabs für unsere kleine Elfe. Manche Sachen macht man eben einfach nicht so ohne weiteres. Fotos mit Blitz ohne Pannoramafreiheit zum Beispiel.
Trotzdem irgendwie ein liebenswerter Mensch und das werden wir bei aller Kritik nicht vergessen.

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