GedankenPlattform
Sunday, 14. November 2004
Scherben aus Liebe, Leben und Freude

Scherben wird es immer geben...

aber in der illusion und hoffnung zu leben, dass es keine gibt, ist nunmal das schönste was es gibt...

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Tuesday, 9. November 2004
Gibt es Menschen die nicht glücklich sein können?

Also Menschen, die es nicht schaffen, hinzunehmen, dass sie im Moment vielleicht grad nen Grund hätten glücklich zu sein und dann krampfhaft nach etwas schlimmem suchen, um bloß nicht glücklich zu werden / zu sein?

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Sunday, 7. November 2004
NICHT GENUG

Intelligenz ist nicht genug,
wenn Weisheit fehlt.

Optimismus ist nicht genug,
wenn Kraft fehlt.

Leben ist nicht genug,
wenn Zauber fehlt.

Freundschaft ist nicht genug,
wenn Vertrauen fehlt.

Liebe ist nicht genug,
wenn Mut fehlt.

Ich bin nicht genug,
wenn DU! fehlst.

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Die Geschichte lehrt die Menschen,
dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt.

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Saturday, 6. November 2004
Heute lief ich an einer Mauer vorbei

Eine hohe Mauer
Zweifuffzich bestimmt
Es kam ein Windstoß
Über die Mauer
Doch ich merkte davon
Nicht einen Hauch

Blätter blies der Herbstwind
Über die Mauer
Bunte Blätter
Mir direkt vor die Füße
Und ich dachte mir
Wie schön der Herbst eigentlich ist

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Sunday, 31. October 2004
Fragen

Wird der Mann wider laufen können? Und die Frau, wird sie wieder ohne Stock gehen? Sind Versicherungen eine Erfindung zur Verunsicherung der Menscheit? Wer knallt das nächste Mal gegen den Wagen? Wird die Musik dich arm machen? Wirst du dich bald vor Gericht erklären müssen? Sind Freundschaften ewig?

Wann wird das System dich das nächste mal ficken?

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Wednesday, 27. October 2004
Wieviel Mensch verträgt der Mensch?

Manchmal scheint es so, das zahllose Siuletten grau erscheinender Individuen das Dasein umgeben. Erdrückend, einschnürendes Gefühl welches sich einstellt, bei Beobachtung und Wahrnehmung dessen, tagsüber. Der Wunsch nach Ruhe, nur für Momente, stellt sich ein. Überfordert einfach? - oder nur hilflos?Überfordert mit zuviel seichtem Umgang oder hilflos wegen des Umgangs? Auf diese Frage findet sich keine Antwort. Immer nur das Hoffen, auf das "Vorbeisein". Den Lebensabschnitt abschneiden und in ein Kuvert stecken und wegschicken. Adressat: Geschichts-Lebenshalde. Aufrichten am Einzelnen und nicht am Ganzen, "auch der Einzelne ist ganz", hör ich's flüstern. Aber eben nicht ganz soviel, wie die Menge des wabbernden Grau's (oder vielleicht doch eher Grauens?)
Befreiung ist nur möglich mit wellenreitenden Gedanken in die nahe "Wird-Bald-Sein-Grammatikalizität."
Ich möchte eigentlich nur die hässliche Anonymität des egoistischen Einheitsgrauwürdenträgers nicht mehr erleben müssen.

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Monday, 25. October 2004
...

Man soll sich immer und unablässig betrinken, um die Bürde der Zeit,
die einen zu Boden schmettert, nicht zu fühlen.

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Sunday, 24. October 2004
GelbSchwarz

nicht 1537
oder nur 1530

auch 538 oder 38
oder acht wären
zuviel, genaugenommen:
undenkbar gewesen

1538! wären es doch
1537 gewesen,
oder 1536, es wäre
weniger katastrophal,
wenn auch nach wie vor
undenkbar

„1538“
las ich heute kaffeetrinkend
in der Süddeutschen Zeitung,
irgendwo ziemlich weit hinten

den Kaffee trank ich dann nicht mehr

manche Tage machen etwas wie
ein neues Jahr
das man nicht feiern möchte

erstaunlich: nach wie vor 2003
und Dienstag und alles
wie immer

auch wenn ich nun weiß
und immer wissen werde
dass am 29 August 1949
auf einem 38 Meter hohen Turm bei
Semipatalinsk in Kasachstan
die erste Nuklearexplosion ausgelöst wurde,
für welche man

„Atrappen von Häusern, Brücken, Panzern
und Flugzeugen aufgestellt hatte sowie
1538
Tiere
in Käfigen deponiert,
um die Zerstörung zu messen.“

deponiert
um zu messen

deponiert
deponiert
deponiert
deponiert
detoniert

eintausendfünfhundertachtunddreißigmal
wer hat sie deponiert
und wer entsorgt

zementiert in mein Gehirn
und nun in eure Hirne:
1538
deponiert detoniert gemessen

gemessen was?
Herzfrequenz bei Detonation?
Körpertemperatur während Zerstrahlung?
Volumen abgegebener Tierlaute in Dezibel?
Anzahl der Haare, die übrig blieben?
Gewicht der Asche in Milligramm?

aber auch
1538
waren zu wenig
für die Fröhliche Wissenschaft

deshalb ist heute zu lesen,
irgendwo ziemlich weit hinten:
„In vier Jahrzehnten sind hier
456
Nuklearexplosionen ausgelöst worden
und Dutzende
„Modell-Explosionen“ abgelaufen.“

das macht
siebenhunderteintausenddreihundertachtund-
zwanzig
plus mehrere Dutzend mal 1538, also
ungefähr
siebenhundertsechsundfünfzigtausensechs-
hundertsechsundneunzig
detonierter Tiere

Aber so genau zählt niemand nach.

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Monday, 18. October 2004
Welkes Blatt

Jede Blüte will zur Frucht,
Jeder Morgen Abend werden,
Ewiges ist nicht auf Erden
Als der Wandel, als die Flucht.

Auch der schönste Sommer will
Einmal Herbst und Welke spüren.
Halte Blatt, geduldig still,
Wenn der Wind dich will entführen.

Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
Lass es still geschehen.
Lass vom Winde, der dich bricht,
Dich nach Hause wehen.

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